© Schwäbische Post 20.10.2017

Neue Pläne fürs Gemeindezentrum

Kirche Pfarrer Uwe Quast informiert bei einer Gemeindeversammlung über das überarbeitete Immobilienkonzept der evangelischen Kirchengemeinde Wasseralfingen-Hüttlingen.

Ulrike Wilpert

Zweieinhalb Jahre lang war von den Planungen für ein neues Gemeindezentrum bei der Wasseralfinger Magdalenenkirche nichts mehr an die Öffentlichkeit gedrungen. Sicher auch bedingt durch die doppelte Vakanz der Pfarrstellen. Unter dem Titel „Himmel trifft Erz – unsere Ziele leiten uns“ stand die öffentliche Gemeindeversammlung am Donnerstagabend. Pfarrer Uwe Quast brachte die rund 60 Anwesenden auf den neuesten Stand des Immobilienkonzepts der evangelischen Kirchengemeinde Wasseralfingen-Hüttlingen. „Ich glaube, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, meinte er. Und appellierte an die anwesenden Gemeindeglieder, diese mit dem diakonischen Auftrag verknüpften Ziele mitzutragen und zu unterstützen. „Mit der Rückkehr und der Konzentration auf unseren Ursprungsort, der Magdalenenkirche, wollen wir uns als Gemeinde insgesamt stärken.“

Damit ist der am 12. Mai 2012 vom Kirchengemeinderat gefasste Beschluss, auch das Pfarrhaus in der Bismarckstraße aufzugeben und zu verkaufen, obsolet. Dasselbe gilt für den Kindergarten Arche Noah am Schäle – aktueller Stand: Er wird weitergeführt.

Quast erläuterte den Grund, warum die Kirchengemeinde entgegen ihrem ursprünglichen Plan nun das Pfarrhaus in der Bismarckstraße behält und saniert: Die erste Planung ging von einem viergeschossigen Bau aus – weil auch die Pfarrwohnung untergebracht werden sollte. Die Stadtverwaltung aber lehnte ein viertes Geschoss ab. In der Folge wird nun dreigeschossig geplant und der Pfarrer wohnt wie seither in der Bismarckstraße. Quast: „Ich persönlich bin froh, dass ich einen Rückzugsort habe, und nicht über Kindergarten und Gemeindesaal wohnen muss.“

Kirchengemeinderat Stephan Stoll begründete, warum sich die Kirchengemeinde von einem Teil ihres Gebäudebestands verabschieden muss: Wegen des starken Schwunds der Gemeindeglieder dränge der Oberkirchenrat zur Einsparung, zur Anpassung des Pfarrplans. Hinzu komme die 2010 vom Oberkirchenrat beschlossene Substanzerhaltungsrücklage für den potenziellen Sanierungsbedarf aller Bestandsgebäude. „Von jetzt auf nachher“, so Stoll, „haben wir dadurch 37 000 Euro weniger im Haushalt.“ Damit nicht genug: Nach einer Prüfung aller Gebäude sei die Kirchengemeinde auf einen errechneten Sanierungsbedarf von 1,5 Millionen Euro für ihre Gebäude gekommen.

Vor kurzem hat die kirchliche Genehmigungsbehörde das Okay für die Bauplanung gegeben, die der Aalener Architekt Bernd Liebel am Donnerstag vorstellte (s. Infokasten). „Gleichzeitig aber müssen wir laut Oberkirchenrat noch einigen Aufgaben nachkommen“, erläuterte Kirchengemeinderat Jörg Dolmetsch.

    Altes Pfarrhaus: Vor der Sanierung müsse die Statik der Deckenkonstruktion des alten Pfarrhauses überprüft werden.

    Neubau: Und vor dem Spatenstich für den Neubau an der Stelle der früheren Karlschule müsse man Grund und Boden von einem Geologen untersuchen lassen.

    Kirchendach: Nach den jüngsten Erfahrungen mit den Kirchendächern in Lauterburg und Fachsenfeld soll nun eine Firma auch den Dachstuhl der Magdalenenkirche auf Schäden untersuchen.

    Pfarrhaus Bismarckstraße: „Für die Sanierung werden wir jetzt einen Architekten beauftagen“, sagt Dolmetsch.

© Schwäbische Post 20.10.2017 17:10

© Schwäbische Post 11.09.2017

Stefan Stiegele (zweiter von links) mit Schuldekan Harry Jungbauer (links) Wolfgang Probst, Vorsitzender der Bezirkssynode sowie Dekan Ralf Drescher. Fotos: glo

Stiegele ist neuer Pfarrer in Wasseralfingen-Hüttlingen

Viele lobende Worte für den neuen Pfarrer bei der Einsetzungsfeier in der Magdalenenkirche.

Am Sonntagabend wurde Pfarrer Stephan Stiegele in der Magdalenenkirche in Wasseralfingen als Pfarrer in sein neues Amt eingesetzt. Während der sogenannten Investitur waren von allen Seiten lobende Worte für den 41-jährigen Geistlichen zu hören, der zur Dienstaushilfe in der Gemeinde Wasseralfingen-Hüttlingen bereits seit einem halben Jahr tätig gewesen war.

Aalen-Wasseralfingen/Hüttlingen. Nun gehört er so richtig dazu. Stephan Stiegele wurde am Sonntag im Rahmen eines Gottesdienstes ganz offiziell als Pfarrer in der Gemeinde Wasseralfingen-Hüttlingen eingesetzt. Dekan Ralf Drescher erinnerte in seiner Begrüßung an den Gottesdienst im Frühjahr, wo Stiegele die Gemeinde auf Anhieb begeisterte. Es sei seine sympathische Offenheit, mit der er in allen Arbeitsbereichen großen Anklang fand und wo es stets nur positive Rückmeldungen gab.
In einer kurzen Vita erläuterte Stiegele den Weg, der ihn zum Pfarrer werden ließ und machte deutlich, dass der Glaube dabei stets etwas Befreiendes, etwas Wurzelndes für ihn habe.
Als Verkündiger der guten Botschaft Jesus Christus und in die besondere Verantwortung für die Gemeinde setzte Dekan Ralf Drescher im Anschluss Stephan Stiegele ein. Der Kirchengemeinderat sowie er selbst bekundeten mit einem deutlichen „Ja“ die Einsetzung und per Handschlag, als deutliches Zeichen mit Ralf Drescher, wurde das Amt offiziell besiegelt.
Zeugenworte sprachen Carola Mack aus Utzmemmingen, die sich gut an die Zeit in der Jugendarbeit mit Stiegele erinnern konnte und nur lobende Worte übrig hatte. Joachim Neumaier aus Oberdorf, wo der Pfarrer bis zu seiner Abberufung nach Wasseralfingen vor einem halben Jahr Dienst tat, bescheinigte ihm eine ruhige und besonnene Art und hob hervor, dass Hektik wohl ein Fremdwort in Stephan Stiegeles Vokabular sei.
Der ging danach in seiner Predigt auf die Familie als solches und die Beziehung Jesu zu seiner leiblichen Familie und seinen Jüngern ein. Familien könnten nicht perfekt sein, sorgten aber für den Zusammenhalt auch in schwierigen Zeiten, so Stiegele. Er schlug den Bogen zur Gemeinde, die schließlich auch eine Familie sei und wo es ebenfalls Brüder und Schwestern gebe.
Im Anschluss an den Gottesdienst überbrachten die Gäste bei einem Umtrunk Grußworte und die Gemeindemitglieder hatten Gelegenheit, ihren neuen „Alten“ aufs herzlichste zu begrüßen. Uwe Glowienke


© Schwäbische Post 11.09.2017 07:32


 

 

© Schwäbische Post 12.03.2017

Beim muslimischen Grabfeld auf dem Wasseralfinger Friedhof setzten rund 100 Bürger unterschiedlicher Nationen ein Zeichen für Frieden, Toleranz und für eine solidarische Gemeinschaft. Foto: ls

Starkes Zeichen gegen Fremdenhass

Rund 100 Bürger bekennen sich in Wasseralfingen zu Frieden und Toleranz.

Aalen-Wasseralfingen. „Es sind immer traurige Anlässe, wenn man sich auf dem Friedhof trifft. Heute ist ein besonders trauriger.“ So eröffnete Oberbürgermeister Thilo Rentschler das interreligiöse Bekenntnis. „Wir wollen heute mit dieser Gedenkfeier ein starkes Zeichen setzen gegen die schlimmen Verwüstungen mit Hakenkreuzen und Vandalismus im muslimischen Grabfeld und an anderen Stellen in Wasseralfingen.“ Dies seien keine dummen Jungenstreiche, sondern Respektlosigkeiten, „die wir aufs Schärfste verurteilen“. Die Kundgebung soll Rentschler zufolge Synonym sein für ein friedliches Zusammenleben und für die Grundwerte, die für jeden Bürger festgeschrieben seien. Der OB zitierte Artikel 1 des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Das Grundgesetz lasse keinen Raum für hasserfüllte Botschaften zu.

Nach einer Schweigeminute dankte Mürsel Gökdere, Imam der Ditib-Moschee, für den kollektiven Aufruf und den Appell für Frieden und Toleranz. Es sei ein gutes Gefühl, nach diesen Hasstaten nicht alleine zu stehen. „Der Mensch ist das edelste Geschöpf“, zitierte der Imam aus dem Koran. Es gehe für Muslime wie Christen darum, die Menschenwürde zu achten. Er selbst habe Aalen als weltoffene Stadt kennengelernt.

Alle Menschen seien aus Liebe von Gott geschaffen und alle seien sterblich, meinte Pfarrer Uwe Quast von der evangelischen Kirchengemeinde. Jeder Mensch habe seine Grenzen und dazu gehöre die Totenruhe. Der Wunsch nach Frieden sei Muslimen wie Christen gemeinsam. „Herr, wende Dich uns doch endlich zu“, zitierte Pfarrer Harald Golla aus Psalm 90.

Man sei immer stolz gewesen auf ein friedliches und buntes Miteinander. So habe man 2004 auch das muslimische Grabfeld auf dem Wasseralfinger Friedhof eingeweiht, erinnerte Ortsvorsteherin Andrea Hatam. Grabschändungen und das Besprühen des Gedenksteins eines KZ-Häftlings an der Schillerlinde, müsse man mit Nachdruck verfolgen. „Ist das Fremdenfeindlichkeit oder sind es einfach dumme Menschen?“, fragte sie und zeigte sich zuversichtlich, dass die Täter bald gefunden und bestraft würden. „Wir sind alle gleich und stehen zusammen.“

© Schwäbische Post 12.03.2017 13:26


 

 

© Schwäbische Post 28.02.2017

Gmünds Dekanin Ursula Richter kehrte in der letzten Woche der Wasseralfinger Vesperkirche zur Andacht an ihre alte Wirkungsstätte in der Magdalenenkirche zurück. Foto: sk

Miteinander werden die Probleme kleiner

Vesperkirche In der vierten Woche der Aktion gab es einen Rekordbesuch. Dekanin Ursula Richter kehrte als Gast zurück.

Aalen-Wasseralfingen. An diesem Tag ist nahezu jeder Platz der Magdalenenkirche belegt. Der Kaffee wird in den Kirchenbänken ohne Tischplatte getrunken, um den Gästen mit den vollen Tellern noch den Vortritt zu lassen. Wenige Tage vor dem Ende der Vesperkirche 2017 sind Gruppen der Rheumaliga, des Kreuzbunds Aalen, des Kindergartens im Pelzwasen sowie der Sozialverband VdK und der SPD-Ortsverein Wasseralfingen über Mittag zu Gast im Gotteshaus. Bevor Gmünds Dekanin Ursula Richter, bis 2015 selbst mitorganisierende Pfarrerin in der Magdalenenkirche, die Andacht spricht, werden an Pfarrer Uwe Quast Schecks übergeben. Ortsvorsteherin Andrea Hatam überreicht neben dem Scheck von sich und ihrem Mann 200 Euro des SPD-Ortsvereins. Und Friedrich Hammer, seit 2005 Vorsitzender des VdK Wasseralfingen, sagt: „Ohne Vesperkirche wäre Wasseralfingen ein gutes Stück ärmer.“ Er hat gemeinsam mit seiner Frau und der Familie Hroß die VdK-Spende auf 380 Euro aufgestockt. Und auch die Suchtselbsthilfegruppe des Kreuzbunds hat für die Vesperkirche gesammelt.

Ursula Richter fühlt sich sofort wieder heimisch: „Fürchtet euch nicht angesichts der größer werdenden Unsicherheit auf der Welt.“ Miteinander reden, sich begegnen. „Die Vesperkirche ist das beste Beispiel eines entsprechenden Handelns.

© Schwäbische Post 28.02.2017 16:12


 

 

© Schwäbische Post 26.02.2017

Dekan Drescher führt Stephan Stiegele ins Amt ein

Amtseinführung Dekan Ralf Drescher (l.) hat Pfarrer Stephan Stiegele am Sonntag in der Aalener Stadtkirche in dessen Amt eingeführt. Stiegele war bislang in Bopfingen tätig. Der evangelische Theologe wird zur Hälfte in Wasseralfingen und Hüttlingen wirken, zur anderen Hälfte Dekan Drescher in Aalen unterstützen. Foto: hag

© Schwäbische Post 26.02.2017 20:48


 

 

© Schwäbische Post 26.02.2017

Foto: bea

 

Martin Luther weist zur Vesperkirche

 

Reformationsjahr Der Mönch Martin Luther ist allgegenwärtig. Vor 500 Jahren veröffentlichte er seine berühmten 95 Thesen an der Schlosskirche in Wittenberg. In Wasseralfingen wies Martin Luther seit 29. Januar den Weg zur Vesperkirche in der Magdalenenkirche Wasseralfingen.


© Schwäbische Post 26.02.2017 21:16


 

 

© Schwäbische Post 13.01.2017

Die Magdalenenkirche in Wasseralfingen wird ab dem 29. Januar wieder zur Vesperkirche: Jeden Mittag, an sieben Tagen die Woche, wird dort warmes Mittagessen ausgegeben. Archivfoto: opo

Vesperkirche

Die Magdalenenkirche in Wasseralfingen wird vier Wochen lang zum Begegnungsort. Beten, Singen und gemeinsam Essen heißt es ab 29. Januar.

Aalen-Wasseralfingen  Vom 29. Januar bis zum 26. Februar findet die 21. Wasseralfinger Vesperkirche statt. Seit 1997 gibt es die Aktion, zu der sich alle Menschen eingeladen fühlen sollen, unabhängig von Stand und Geldbeutel.

Vier Wochen lang wird die Magdalenenkirche an sieben Tagen die Woche unter dem Motto „Wir sind so frei“ ein Ort der Begegnung für Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen. Die Begegnung auf Augenhöhe ermutige Menschen und gebe neue Kraft und Hoffnung, so die Veranstalter von der evangelischen Kirchengemeinde Wasseralfingen-Hüttlingen.

Gerade für Menschen, die es in der Gesellschaft schwer haben, hat die Vesperkirche eine große Anziehungskraft. Als eine der ältesten Vesperkirchen überhaupt im Land hat die Wasseralfinger Vesperkirche nichts von ihrer Faszination verloren. Das merke man nicht zuletzt an der ungebrochen hohen Bereitschaft des ehrenamtlichen Engagements der Mitarbeitenden, heißt es seitens der evangelischen Kirchengemeinde.

Die inzwischen 32 Vesperkirchen in Baden-Württemberg seien zu wertvollen Orten des sozialen Miteinanders geworden. Als Gäste sind in die Vesperkirche alle Menschen eingeladen, mit und ohne Obdach, arme und reiche Menschen, Schüler, Senioren, Alleinerziehende, Familien und Jugendliche. Ein warmes und günstiges Mittagessen, die bunte Mischung von Gästen und Mitarbeitenden und die besondere Atmosphäre des Kirchenraumes bilden zum 21. Mal in Wasseralfingen den Rahmen für die Begegnungen.

Die Kosten und die Spenden

Auch in diesem Jahr muss sich die Wasseralfinger Vesperkirche allein aus Spenden finanzieren sowie dem Verkauf von Essensgutscheinen und dem Eigenbeitrag der Gäste zum Mittagessen (1,50 Euro, für Kinder 0,50 Euro). Deshalb bitten die Verantwortlichen wieder um Spenden für die Vesperkirche. Diese können auf das Konto der evangelischen Kirchengemeinde Wasseralfingen-Hüttlingen, Konto-Nr. DE66 6149 01500382 7000 07 bei der VR-Bank Aalen unter dem Stichwort „Vesperkirche / Nothilfe“ eingezahlt werden. Spendenbescheinigungen werden auf Wunsch ausgestellt.

© Schwäbische Post 13.01.2017 18:50