Beiträge zum Oase-Gottesdienst

© Schwäbische Post 05.09.2009

Zentraler Punkt der „Oase-Gottesdienste“ in der Wasseralfinger Magdalenenkirche ist der Salbungsritus. Mit geweihtem Öl zeichnet Pfarrerin Ursula Richter den Segen in Form eines Kreuzes in die Handfläche der Gottesdienstbesucher. (Foto: Oliver Giers)

Mit dem Herz in der Hand

Die „Oase-Gottesdienste“ bieten seit fünf Jahren einen Raum für Schutz und Trost

 

Ein Kreuzzeichen in die Hand, ein Segensspruch zum Mitnehmen. Christliche Rituale, die Halt geben, Trost und Zuversicht versprechen. Rituale, die seit fünf Jahren im Zentrum der „Oase-Gottesdienste“ der Evangelischen Kirchengemeinde Wasseralfingen-Hüttlingen stehen.

 

Seit fünf Jahren schon bieten die Oase-Gottesdienste in der Wasseralfinger Magdalenenkirche alle vier Wochen Gelegenheit, Zeit und Raum zu finden zum Atemholen, Halt finden und gesegnet werden. „Wir sind offen für Menschen aller Konfessionen“, sagt Pfarrerin Ursula Richter, zusammen mit Dr. Gabriele Schöll für Liturgie und Predigt zuständig. Zum „Oase-Team“ aber gehören noch viel mehr sorgende Helfer. Ursula Dauser beispielsweise bereitet für jeden Gottesdienst Segenskärtchen vor mit ausgewählten Zitaten und wählt auch jeweils die Meditationsmusik aus. Für die individuelle Atmosphäre sorgt das Musikteam, dazu gehören Inge und Wolfgang Braun, Barbara Böhme-Munch mit Sohn Fabian und Erika Rathgeb – ein Ensemble, das auf die Orgel gänzlich verzichtet.
Jeder dieser thematischen Gottesdienste – jeden zweiten Donnerstag, 19 Uhr – steht unter einem anderen Leitgedanken. Schon vor über fünf Jahren hatte Pfarrerin Ursula Richter die Idee zu diesem alternativen Gottesdienst, der der Seele guttun soll. „Denn fast jeder hat in seinem Leben einmal das Gefühl, verlassen von Gott zu sein, das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren“, erläutert Ursula Richter, weshalb sie damals mit diesen Gottesdiensten begonnen hat. Inzwischen kommen aber nicht nur problembehaftete Menschen. Sondern viele, die im „Oase-Gottesdienst“ ihren seelischen „Akku“ wieder aufladen, und mit Gleichgesinnten ins Gespräch kommen wollen.
Zentraler Punkt des Gottesdienstes aber ist die Salbung als „urchristliches Zeichen“. Mit den Worten „Herr, lass dieses Öl zum Zeichen Deines Heils an uns allen werden. . . „ vollzieht Pfarrerin Ursula Richter den Salbungsritus, den Höhepunkt des Gottesdienstes. „Man merkt sichtlich, wie viele davon stark berührt sind und ganz bewusst diese Segnung empfangen“, berichtet die Pfarrerin.
Bis zu 80 Besucher nutzen regelmäßig das Angebot – vor allem Menschen mittleren Alters. „Aber auch erstaunlich viele junge Leute“, ergänzt Ursula Richter. „Und viele fragen, ob sie zu ihrem persönlichen Segenskärtchen noch eines für einen nahestehenden Freund oder Verwandten mitnehmen dürfen“, berichtet Ursula Dauser. Ganz besonders freut sie sich, wenn sie von den so Gesegneten eine Resonanz erhält, wie „Der Segensspruch hat so gut zu mir gepasst, zu meiner Situation“.

 

© Schwäbische Post 05.09.2009  Ulrike Wilpert