© Schwäbische Post 22.03.2010

Die Magdalenenkirche in Wasseralfingen steht wohl nicht zur Disposition, vielleicht aber das Magda-Eckle daneben.  (Foto: hag)

Die Magdalenenkirche in Wasseralfingen steht wohl nicht zur Disposition, vielleicht aber das Magda-Eckle daneben. (Foto: hag)

Kirche will sich von Gebäuden trennen
 
Evangelische Kirchengemeinde Wasseralfingen-Hüttlingen kann Unterhalt ihrer Immobilien nicht mehr stemmen
 
Eine neue Immobilienkonzeption auf den Weg bringen will die evangelische Kirchengemeinde Wasseralfingen-Hüttlingen. Der aktuelle Gebäudebestand – Magdalenenkirche, „Altes Pfarrhaus“ mit dem Magda-Eckle daneben, Pfarrhaus, Gemeindehaus, die beiden Kindergärten und die Versöhnungskirche in Hüttlingen zählen hierzu – sei wohl nicht zu erhalten.
 
Aalen-Wasseralfingen. Unter der Leitung der beiden Vorsitzenden Jörg Dolmetsch und Pfarrerin Ursula Richter hat sich der Kirchengemeinderat in einem „Werkstatt-Halbtag“ im Gemeindehaus Zeit genommen, die Zukunft zu planen.
Die Kirchengemeinde stehe, wie die meisten Kirchengemeinden der Landeskirche, vor der schwierigen Herausforderung, sich im Bereich der eigenen Immobilien auf ein Maß zu reduzieren, das in Gegenwart und Zukunft noch finanzierbar ist, sagt Pfarrerin Ursula Richter. Zusätzlich zu den rund 11 000 Euro jährlich bereits durch den freiwilligen Gemeindebeitrag erbrachten Spenden, müssten in Zukunft weitere 21 000 Euro jährlich von der Kirchengemeinde an Opfern und Spenden für die Gebäudesubstanzerhaltungsrücklage aufgebracht werden.
Die Mitglieder des Kirchengemeinderats würden deutlich sehen, dass die evangelische Kirchengemeinde Wasseralfingen-Hüttlingen nicht mehr den bisherigen Gebäudebestand (dazu gehören Magdalenenkirche, „Altes Pfarrhaus“ mit dem Magda-Eckle neben der Kirche, Pfarrhaus, Gemeindehaus, zwei Kindergärten und Versöhnungskirche in Hüttlingen) erhalten kann. So habe sich beim Werkstatt-Halbtag klar herauskristallisiert, dass sich die Kirchengemeinde von voraussichtlich mehreren Gebäuden trennen muss, ein großer Neubau als Alternative zu älteren Gebäuden nicht finanzierbar ist, dass Entscheidungen zeitnah getroffen werden müssen.
In ihrer Andacht zum Auftakt des Werkstatt-Halbtags betonte Pfarrerin Richter, dass bei allen Strukturveränderungen und Einschnitten bei den Gebäuden auch in Zukunft das Ziel der Kirchengemeinde maßgeblich ist, das Evangelium in Wort und Tat mit den Menschen zu teilen. Dies könne unter neuen und zunächst nur als Einschränkung wahrgenommenen Bedingungen dennoch wieder neue Chancen und neue kreative Ansätze bei der Verwirklichung dieses Ziels freisetzen.
Der Kirchengemeindrat hat die aktuellen Gebäude analysiert und will dieses Resultat nun zu einer für die künftige Gemeindearbeit sinnvollen Konzeption zusammenführen. Nun liegen manche Ideen und Visionen auf dem Tisch, die in den kommenden Monaten vom neu eingerichteten Immobilienausschuss weiter konkretisiert werden und auf ihre Realisierbarkeit hin überprüft werden. Zum neuen Ausschuss gehören neben der geschäftsführenden Pfarrerin Ursula Richter und dem Kirchengemeinderatsvorsitzenden Jörg Dolmetsch die Mitglieder des Verwaltungs- und des Bauausschusses. Wohl im Herbst 2010 sollen auf einer Gemeindeversammlung erste konkretisierte Lösungsvorschläge vorgestellt und diskutiert werden.




 


© Aalener Nachrichten 15.03.10

Frauen unterstützen Projekte in Kamerun mit 500 Euro
 
„Empowerment“, also Eigeninitiative unterstützen, heißt das Zauberwort: Mit 500 Euro als Erlös aus dem in Hüttlingen traditionsgemäß ökumenisch gestalteten Weltgebets- und Weltfrauentag werden Projekte unterstützt, die die Eigeninitiative von Frauen fördern, ihre Lebensumstände verbessern, ihrer Gesundheit zugute kommen oder Unrechtsstrukturen verändern sollen. Schwerpunkt ist das zentralafrikanische Kamerun, wo diese Themen in Workshops zum Erfolg führen sollen. Brigitte Kapp, Heidi Borbély, Sigrid Ritter, Gabriela Merz, Maria Harsch-Bauer und Sabine Rathgeb (von links) werden das Geld dem zentralen Weltgebetstagskomitee zur Verfügung stellen. vo/Foto: Volckart






© Schwäbische Post 07.03.2010

Foto: Oliver Giers

Foto: Oliver Giers

Prima Essen und gute Gespräche
 
14. Vesperkirche in Wasseralfingen endete am Sonntag
 
Die 14. Vesperkirche in Wasseralfingen ist am Sonntag zu Ende gegangen. Insgesamt 5700 Essen wurden vom 7. Februar bis zum 7. März ausgegeben. Wie auch 40 Kilo Kaffee und 275 Kuchen. „Wir freuen uns aufs nächste Jahr“, sagte Pfarrerin Ursula Richter.
 
Martin Simon
 
Aalen-Wasseralfingen. Als die vierte Vesperkirche im Land überhaupt ging die Wasseralfinger Initiative einst an den Start. „Inzwischen gibt es 24 Vesperkirchen im Land, außerhalb Baden-Württembergs aber leider keine einzige“, informiert Pfarrerin Richter im Gespräch mit der SchwäPo.
Rund 200 Essen seien pro Tag ausgegeben worden. „Als Sieger Köder hier gemalt hat, waren es sogar 280“, weiß Richter. Bis zu 130 Ehrenamtliche, junge und ältere Menschen – 15 waren täglich da und haben mindestens fünf Stunden geschuftet – haben mitgeholfen, die Wasseralfinger Vesperkirche zu einem Ort der Begegnung zu machen. „Hier wird gemeinsam gegessen, hier gibt es Gespräche und einen religiösen Impuls“, sagt die Pfarrerin. „Und immer wieder gibt es auch sehr ergreifende Momente“, erinnert sie sich an „eine Opernsängerin, die hier das Ave Maria gesungen hat“. Alter, Herkunft, Religionszugehörigkeit oder materieller Hintergrund des Einzelnen spielten keine Rolle, erläutert sie das Wesen und die Idee der Vesperkirche.
Das Essen hat unter der Woche die Fernküche Fink geliefert, an den Wochenenden haben Wasseralfinger Metzgereien und Gaststätten für das leibliche Wohl gesorgt. Die Kuchen wurden allesamt gespendet. 1,50 Euro ist der Preis für die warme Mahlzeit samt Getränk. Die meisten Gäste hätten aber wieder viel mehr gegeben. Schön, denn pro Essen müsse die Kirche „um die vier Euro“ aufbringen und die Aktion werde ausschließlich aus ihrem Erlös und Spenden finanziert. „Von der Landeskirche gibt’s hier keinen Zuschuss“, sagt Richter und hofft, „dass wir auch in diesem Jahr keine roten Zahlen schreiben werden.“
Bleibe die Spendenbereitschaft, das ehrenamtliche Engagement, die Unterstützung vieler weiterhin auf gleichem Niveau, sei ihr um die Zukunft der Aktion nicht bange, meint Richter. Weil die Pfarrerin wunschlos glücklich scheint, springt ihr Ralf Weiher zur Seite. Der Bankkaufmann nimmt alljährlich eine Woche Urlaub, um hier ehrenamtlich mitzuarbeiten. Er wünscht sich, „dass die Landeskirche die Marke Vesperkirche nicht verwässert und so etwas immer in einer Kirche laufen muss“.






© Schwäbische Post 07.03.2010

SPD spendet für die Vesperkirche
 
Aalen-Wasseralfingen. 200 Euro spendete die SPD Wasseralfingen für die Vesperkirche. Damit soll der Aufwand und die Bereitschaft der vielen Helfer unterstützt werden. „In Zeiten der Krise ist die Entlastung von Bedürftigen am Rande des Existenzminimums besonders wichtig“, so Vorsitzender Peter Ott.







© Schwäbische Post 01.03.2010

(Foto: opo)

(Foto: opo)

Zum vierten Mal engagiert sich der Rotary-Club Aalen-Limes bei der Vesperkirche in der Magdalenenkirche in Wasseralfingen. Am Samstag wurde das Essen, das das „Goldene Lamm“ in Unterkochen lieferte, vom Rotary-Club Aalen-Limes gestiftet und verteilt. Derartige Gemeindienstprojekte gehören zu den Grundpfeilern des Clublebens. Ein weiteres Projekt ist das jährliche Benefizkonzert in Aalen zugunsten von Tschernobyl-Kindern, das dieses Jahr am Freitag, 16. April, in der Städtischen Musikschule in Aalen wieder stattfindet.

 
 
 
 


© Schwäbische Post 01.03.2010

Wie sichtbar wird, wo’s zieht in der Kirche
 
Der Thermograf Reinhard Kronemeyer deckt in der Wasseralfinger Magdalenenkirche einige energetische Schwachstellen auf






1894 feierte Wasseralfingen die Einweihung der Magdalenenkirche. Wichtigster Baustoff damals: Dopfersteine – aus Holzofenschlacke gefertigte Ziegel. Eine frühe Form des Recyclings. Mit der Teilnahme am Umweltmanagement-Projekt „Grüner Gockel“ der Evangelischen Landeskirche in Württemberg seit 2003 und dem Öko-Audit der Europäischen Union ein Thema, das die Kirchengemeinde bis heute bewegt. Jetzt sollen Energieverbrauch und -kosten gesenkt werden.
 
Aalen-Wasseralfingen. 1 Grad Celsius. Im Dunkel der Nacht stehen die Männer auf dem Parkplatz neben der Kirche. Dick vermummt. Eine kleine Fledermaus flattert über ihre Köpfe hinweg. Stille. Wie ein spitzer Keil rammt sich der Kirchturm ins Blauschwarz des Himmels. Der goldene Zeiger der Turmuhr schwingt ein kleines Stückchen weiter, bildet nun eine gerade Linie. Laute Glockenschläge ertönen. 6 Uhr. Sanftes Vogelgezwitscher setzt ein.
Reinhard Kronemeyer spurtet los. „Ich mach’ jetzt schnell die Übersichtsaufnahmen bevor es hell wird und die Sonne noch rauskommt“, ruft er, während er in seiner gelben Jacke und blauen Jeans auf der Nordseite der Kirche verschwindet. Die gelb-schwarze Wärmebildkamera hält er fest in der linken Hand, hat sie zusätzlich mit einem breiten Tragegurt, der um seinen Hals baumelt, gesichert.
„Atmosphärische Störungen könnten den vorab gemessenen Referenzwert verändern“, deutet Pfarrer Jochen Stolch Kronemeyers Angst vor der Sonne.
Jeder Körper mit einer Temperatur oberhalb von 0 Kelvin, also -273,15 Celsius, sendet Wärmestrahlung aus. Bei einer Thermografie werden diese für das menschliche Auge nicht sichtbaren Infrarotstrahlen von einer Wärmebildkamera – in Kronemeyers Fall ein 55 000 Euro teures Modell von Flir – mit Sensoren eingefangen und in elektrische Signale umgewandelt, die dann am Computer leicht bearbeitet werden können. Es entsteht das typische Wärmebild, das die verschiedenen Temperaturen in unterschiedlichen Farben wiedergibt. Bauliche Schwachstellen, an denen Energie verloren geht, werden somit leicht erkennbar.
Mollig warm ist es im Innern der Kirche. Die Energiesparlampen, die von der Decke hängen, werden langsam heller. Kronemeyer zieht seine Jacke aus, legt sie auf einen der weißen Tische im Gang. Der Reißverschluss schleift über die Tischfläche. „Seit einem Monat wird wegen der Vesperkirche durchgeheizt“, hallt die Stimme des Pfarrers durch den Raum. „Ideale Voraussetzungen für die Thermografie“, sagt Kronemeyer und blickt auf das Display seiner Kamera. „22,5 Grad, 35 Prozent Luftfeuchtigkeit“, liest er ab. Eine Thermografie sei nur bei mindestens 10 Grad Unterschied zwischen drinnen und draußen möglich, erklärt er. Regen und Schnee machten eine Messung fast unmöglich.
Der 50-jährige Kronemeyer ist professioneller Thermograf. Der gebürtige Niedersachse lebt seit 1980 in Stuttgart, arbeitete viele Jahre als Ingenieur bei Bosch im Bereich Bildverarbeitung und Prozessthermografie.
„Oh, unter der Tür zieht’s aber durch“, fällt ihm beim Betrachten eines Kamerabildes auf. „Richtig heftig, wenn man bedenkt, dass da noch eine Tür dahinter kommt“. Eine Kurzflorbürste an der unteren Seite der Tür könnte Abhilfe schaffen, empfiehlt er. An der Haupttür würde er zusätzlich einen Vorhang anbringen. Auch die Fenster hat er im Blick. „Am besten Sie bauen da eine Makrolon-Platte davor“, sagt er zu Stolch. „Das haben Sie in einem Jahr wieder rausgespart.“
Noch einige weitere Energiespar-Tipps hat Kronemeyer an diesem Vormittag parat. Die Thermografie spendet er der Kirchengemeinde. „Weil ich das Engagement der Kirche bemerkenswert finde“, erklärt Kronemeyer, während er die Kamera vorsichtig in einer Metallkiste im Kofferraum seines Toyota Aygo verstaut.
von HEIKO BUCZINSKI