© Aalener Nachrichten 28.02.10

Jung und Alt lernen sich besser kennen
 
(Aalen-Wasseralfingen/sz) Nächsten Sonntag endet die 14. Vesperkirche in der Magdalenenkirche in Wasseralfingen. Gut 150 Mitarbeiter und Helfer haben für Bewirtung, Ansprache und das Gefühl gesorgt, dass jemand „da“ ist für die Gäste. Darunter waren auch 40 Schüler der Karl-Kessler-Realschule (KKR).
 
Von unserem Mitarbeiter  Markus Lehmann
 
Ein ganz normaler Tag von vier Wochen Vesperkirche: Die zur Mittagstafel umfunktionierten Kirchenbänke sind voll, der Raum ist erfüllt mit dem Geruch von Linsen, die zusammen mit Spätzle und Saiten auf die Teller kommen. 250 Essen, das ist etwa der tägliche Durchschnitt. Einen Euro und 50 Cent kostet die Mahlzeit inklusive Getränk und Nachtisch. Wer kann, der gibt mehr, und die, die mehr Geld haben, legen deutlich mehr für das gemeinschaftliche Essen hin, das mindestens so viel Symbolgehalt wie die eigentliche Verköstigung hat. Es geht um die gelebte Gemeinschaft zwischen Arm und Reich, Alt und Jung.
„Ich bin immer wieder fasziniert, dass hier Menschen aus allen Ecken, aus allen Milieus zusammenkommen und sich begegnen“, freut sich Pfarrerin Ursula Richter. Deshalb sei die Vesperkirche auch ein Zeichen der Solidarität. Zudem ermögliche sie einen als neuen Zugang zum Glauben.


© Aalener Nachrichten 26.02.10

Das Foto zeigt von links: Ralf Weiher, Mitarbeiter der VR-Bank und der Vesperkirche, Friedrich Fetzer, ehemaliger VR-Bank-Vorstand, Hans-Peter Weber, Vorstandssprecher VR-Bank Aalen, Pfarrerin Ursula Richter und Gudrun Fetzer. pm/Foto: privat

Das Foto zeigt von links: Ralf Weiher, Mitarbeiter der VR-Bank und der Vesperkirche, Friedrich Fetzer, ehemaliger VR-Bank-Vorstand, Hans-Peter Weber, Vorstandssprecher VR-Bank Aalen, Pfarrerin Ursula Richter und Gudrun Fetzer. pm/Foto: privat

Hans-Peter Weber bringt zum Mittagessen 1000 Euro mit
„Wir unterstützen die Vesperkirche seit vielen Jahren gerne – sowohl finanziell als auch über unsere Mitarbeiter durch deren ehrenamtliches Engagement“, hob Hans-Peter Weber hervor. Der Vorstandsprecher der VR-Bank Aalen schenkte dem Organisationsteam der Vesperkirche mit Pfarrerin Ursula Richter sowie Gudrun Fetzer an der Spitze 1000 Euro. „Als VR-Bank Aalen fühlen wir uns der Region und den Menschen hier eng verbunden. Deshalb ist es uns ein Anliegen, wichtige Einrichtungen wie die Vesperkirche zu unterstützen“, meinte Weber. Pfarrerin Richter freute sich über die Spende und auch darüber, dass einige VR-Bank-Mitarbeiter sich seit Jahren in der Vesperkirche engagieren.


© Schwäbische Post 25.02.2010

Foto: BW

Foto: BW

Sieger Köder malt die Dreifaltigkeit

In der vollen Vesperkirche gab sich auch dieses Jahr der Künstlerpfarrer Sieger Köder die Ehre und malte ein Bild. Bevor er zu Pinsel, Farbe und Schürze griff, richtete Pfarrerin Ursula Richter das Wort an die zahlreichen Menschen, die es sich bei Linsen und Spätzle gemütlich gemacht hatten. Sie las aus der Bibel vor und sagte etwas zu dem Bildmotiv, das Sieger Köder selbst vorgeschlagen hat. Schon in den vergangenen Jahren hatte der Künstler der Vesperkirche einen Besuch abgestattet und Bilder gemalt. Dieses Mal thematisierte er den Besuch Gottes bei Abraham in der Gestalt von drei Fremden. Diese bezeichnete Köder als die Dreifaltigkeit und machte sich nach einer kurzen Ansprache ans Werk. (Text/Foto: BW)


© Aalener Nachrichten 24.02.10

Künstlerpfarrer Sieger Köder malt, die Gäste essen Foto: lem

Künstlerpfarrer Sieger Köder malt, die Gäste essen Foto: lem

Künstlerpfarrer Sieger Köder malt, die Gäste essen
 
Ein Bild entsteht, unter den Augen der Vesperkirchenbesucher mit Linsen, Spätzle und Saiten in den Tellern: Gestern war Sieger Köder in der Magdalenenkirche und hat beim gemeinsamen Mittagstisch die Szene vom Besuch Abrahams von den drei Männern im Hain Mamre gemalt. Er wolle mit drei Engeln die Dreifaltigkeit Gottes darstellen, erklärte Köder. Ein Bild aus unserer Zeit sei beispielsweise Gott, der uns auch in armen oder alten Menschen begegnen könne. „Abraham war zu den Fremden nicht abweisend, er hat sie sogar bewirtet“, hatte Pfarrerin Ursula Richter zuvor auf 1. Moses 18 verwiesen. lem


© Schwäbische Post 21.02.2010

Foto: opo

Foto: opo

 
Theaterstück in der Vesperkirche
 
Aalen-Wasseralfingen. Engel und Teufel ziehen in die Magdalenenkirche ein. An diesem ersten Passionssonntag ist sie wieder eine Vesperkirche. Es ist schwierig, noch einen Platz zum Mittagessen zu finden, so voll ist es. Die drei Engel tanzen fröhlich zu „Halleluja“-Klängen, während die drei Teufel zu harten Metallklängen einmarschieren. Das Kirchentheater hat sich mit dem Thema „Versuchung“ auseinandergesetzt, ein kurzes, spritziges Stück des Berufsschulpfarrers Matthias Böttcher. Während die Teufel Anita versuchen zu überreden, über eine Freundin zu lästern, halten sie die Engel davon ab. Die kurze Aufführung zieht eine Parallele zu Jesus, den der Teufel ebenfalls versucht hatte, auf den falschen Weg zu bringen. So wie Jesus, besiegte auch Anita zum Schluss den Teufel. (dat / Foto: opo)


© Schwäbische Post 08.02.2010

Auf dem Bild von links: Lions-Präsident Peter Schwarz,

Auf dem Bild von links: Lions-Präsident Peter Schwarz,
Gudrun Fetzer, Pfarrerin Ursula Richter, Dieter Ullmann
und Lions Schatzmeister Gerhard Kayser. (Text/Foto: BW)

Lions Club spendet 600 Euro an Vesperkirche
 
Der Förderverein des Lions-Clubs Schwäbisch Gmünd, Aalen und Ellwangen hat 600 Euro an die Vesperkirche in Wasseralfingen gespendet. „In der Vesperkirche können sich die Menschen begegnen und soziale Kontakte knüpfen, das finden wir gut“, betont Lions-Präsident Peter Schwarz und fügt hinzu, dass dies schon die dritte Spende sei. Pfarrerin Ursula Richter freute sich sehr über die Spende. „Die Vesperkirche finanziert sich durch Opfer und Spenden, mit den 600 Euro ist ein Tag Essen nun gedeckt“, sagt Richter und bedankt sich beim Lions-Club.
 


© Schwäbische Post 07.02.2010

Gudrun Fetzer, die das Organisationsteam der Vesperkirche leitet, schnitt symbolisch das Brot zur Eröffnung an.  (Foto: Oliver Giers)

Gudrun Fetzer, die das Organisationsteam der Vesperkirche leitet, schnitt symbolisch das Brot zur Eröffnung an. (Foto: Oliver Giers)


Zeichen setzen gegen Armut
 
Sibylle Schwenk
 
Vesperkirche öffnet mit feierlichem ökumenischem Gottesdienst ihre Pforten
 
Am Ende der ökumenischen Bibelwoche hat gestern in Wasseralfingen ein weiteres, ökumenisches Projekt begonnen: Die Vesperkirche bietet bereits im 14. Jahr einen Monat lang ein warmes Mittagessen in der Magdalenenkirche. Das „Mittagessen mit Gott“ soll die Gemeinschaft aller sozialen Ebenen stärken.
 
Aalen-Wasseralfingen. „Die Vesperkirche ist eine gastfreundliche Kirche, sie will Herberge sein für alle Konfessionen und für alle Generationen“, sagte Pfarrerin Ursula Richter im Eröffnungsgottesdienst, den sie gemeinsam mit Pfarrer Harald Golla zelebrierte.
Im europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung setze die Vesperkirche ein Zeichen in die richtige Richtung. Ausdrücklich machte Pfarrerin Richter darauf aufmerksam, dass nicht nur die sozial Schwachen zur Vesperkirche kommen können. „Alle sind uns herzlich willkommen“, führte die Pfarrerin aus. Der Dialog zwischen den Menschen sei mindestens genauso wichtig, wie die gute Mahlzeit, die gemeinsam eingenommen wird.
Pfarrer Harald Golla sieht in den Menschen der Vesperkirche, den Besuchern und Mitarbeitern, ein großes Geschenk durch ihre Offenheit und Herzlichkeit.
Dass es wichtig ist, die Defizite in einer Gesellschaft zu erkennen und etwas dagegen zu tun, hielt Landrat Klaus Pavel als wichtiges Gut der Vesperkirche.
„Sie haben dies schon vor 14 Jahren erkannt“, lobte der Landrat, der auch für die Landtagsabgeordneten Ulla Haußmann und Winfried Mack sprach. Außerdem schätze er insbesondere das ehrenamtliche Engagement der Vesperkirchen-Helfer. „Diese Menschen bringen ihre Zeit mit“, meinte Pavel und dies sei schließlich eines der wertvollsten Güter. Auch im Ostalbkreis gebe es Armut. Die Vesperkirche sei ein wichtiger Knoten im sozialen Netzwerk des Ostalbkreises geworden.
Als ein Synonym für Solidarität bezeichnete Bürgermeister Wolf-Dietrich Fehrenbacher das Sozialprojekt der Wasseralfinger Kirchengemeinden. Mit einer Spende von 1000 Euro unterstützt die Stadt Aalen die Vesperkirche. Darüber freute sich auch Ortsvorsteherin Andrea Hatam, die sich stolz zeigte, als Wasseralfingerin zu den Vorreitern der Vesperkirche im Land zu gehören.
Der ökumenische Kirchenchor Wasseralfingen begleitete den Eröffnungsgottesdienst mit neuen, geistlichen Liedern.
 
 


© Schwäbische Post 05.02.2010

Die Faszination der Wüste erlebte die Reisegruppe der evangelischen Kirchengemeinde Wasseralfingen.  (Foto: Helmuth Lohrmann)

Die Faszination der Wüste erlebte die Reisegruppe der evangelischen Kirchengemeinde Wasseralfingen. (Foto: Helmuth Lohrmann)

Wüstenzeiten im Alltag
 
Unterwegs zwischen Weltreligionen, Pyramiden und der Wüste
Die ägyptische Stadt Kairo, der Berg Sinai und das Rote Meer standen auf der Reiseroute der 15-köpfigen Gruppe der evangelischen Kirchengemeinde Wasseralfingen. Statt des Sinais und dem Roten Meer erlebten die Reisenden die Fülle und Faszination der Wüste, mit dem großen Luxus der absoluten Stille. „Im Nachhinein sagten wir uns, es hätte nichts Besseres passieren können“, zitiert Pfarrerin Ursula Richter ihre Mitreisenden.
 
Aalen. Schwere Unwetter wie seit 16 Jahren nicht mehr, hatten die Straßen und Täler in Richtung Sinai unpassierbar gemacht. Die Gruppe verweilte bereits in Kairo, als die ägyptischen Behörden die Fahrt gen Sinai untersagten. Nach anfänglicher großer Enttäuschung wurde kurzfristig umdisponiert. Den vielen Besichtigungen in Kairo auf den Spuren der drei großen Weltreligionen, koptischen Kirchen und Museen, der Mohammed-Ali-Moschee auf der Zitadelle und einer ehemaligen Synagoge, nebst dem Blick auf die Pyramiden sollte sich eine Wüstentour anschließen.
Eine Route von Oase zu Oase inmitten der Libyschen Wüste wurde mit Hilfe des ägyptischen Reiseleiters ausgearbeitet. „Die Bibel steckt voll von Wüstenerfahrungen“, sagt Pfarrerin Richter, nennt Jesus mit seinen 40 Tagen in der Wüste als Beispiel und vergleicht diese mit einem Reifeprozess. „Unsere Tage in der Wüste wurden kein bisschen langweilig“, erzählt sie. Viel mehr durfte die Gruppe eine sehr vielfältige Wüstenlandschaft aus ebenen Sandflächen oder Dünen, Geröll, bizarren Felsformationen oder die weiße Wüste bei Farafra aus Kalkstein mit Pilzformationen erleben. „Alle fünf Minuten wechselt die Wüste ihr Gesicht“, erinnert sich Pfarrerin Richter, wenn sie von der Fahrt von Kairo zu den Oasen Bahariya, Farafra und Dakhla spricht. Viele Stopps waren eingeplant, um ein wenig in der Wüste umher zu gehen.
„Die Stille war faszinierend“, nennt Pfarrerin Richter einen „Luxus“, den wir in unserer Welt kaum noch erleben dürfen. „Außer gelegentlichem Wind war absolut nichts zu hören. Das tut der Seele so gut“, ist sie sich sicher. „Wir sollten uns öfters im Alltag eine Wüstenzeit gönnen“, lautet ihr Rat.
Ebenso beeindruckend war die Erfahrung, welch wenige Dinge genügen, um glücklich und zufrieden zu sein. Ein Gefühl, das in unserer von Konsum geprägten Gesellschaft verloren gehe. Einkehr und Stille wurden in der täglichen Andacht thematisiert. „Die Himmel erzählen die Ehren Gottes“, sei dort elementar erlebt worden. So mag es nicht verwundern, wie schwer der Reisegruppe nach einer 900 Kilometer langen Fahrt die Rückkehr in die laute, 19-Millionen-Einwohner-Stadt Kairo gefallen ist. Dort blieb bis zum Rückflug noch Zeit für einen Basarbesuch, dessen vielfältige „Düfte noch lange in den Nasen hingen“ und für ein ägyptisches Mahl.
Die Reise zum Sinai soll nachgeholt werden, sagt Pfarrerin Richter, „vielleicht in zwei Jahren“. Für die nächste Reise seien Ziel und Reisezeit noch offen.
 
von Sandra Fischer
 
 
 


© Aalener Nachrichten 03.02.10

 
Ab Sonntag ist der Tisch gedeckt
 
(AALEN-WASSERALFINGEN/lem) Das gemeinsame Essen, Zeichen der Solidarität mit dem Mitmenschen, geistliche Impulse und Austausch: Dafür steht die 14. Vesperkirche der Evangelischen Kirchengemeinde Wasseralfingen-Hüttlingen ab kommenden Sonntag (7. Februar) bis 7. März unter dem Motto „Mittagessen mit Gott.“
Die Vesperkirche ist seit 1997 eine Art Erfolgsgeschichte des Miteinanders und der gelebten Gemeinschaft zwischen „Armen“ und „Reichen“, Alt und Jung. „Ich bin immer wieder und nach wie vor fasziniert, dass hier Menschen aus allen Ecken, aus allen Milieus zusammenkommen und sich begegnen,“ freut sich Pfarrerin Ursula Richter. Die Vesperkirche sieht sie als Ort für geistliche Impulse, aber auch als „Gesamtpaket“, bei dem es beileibe nicht um ein billiges Mittagessen geht: „Die Reichen werden reicher, die Armen werden ärmer. Und die Mittelschicht bröckelt.“ Deshalb sei die Vesperkirche auch ein Zeichen der Solidarität. Und das Jahr 2010 als „Europäisches Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung“ passe da ganz gut in diesen Zusammenhang. Die Vesperkirche sieht Richter zudem als neuen Zugang zum Glauben. „Ein Gewächs aus Gott heraus“, beschreibt das Wolfgang Müller, langjähriger verantwortlicher Mitarbeiter: „Die Vesperkirche ist ein Ort der Begegnung der Menschen, sie kann auch als elementares Gotteserlebnis empfunden werden.“ Die Vesperkirche ist nicht nur ausdrücklich ökumenisch, sondern auch überkonfessionell und religionsübergreifend. Türkische Nachbarn der Magdalenenkirche brachten süße Nachspeisen, Kaan Kurtbogan und Faruk Aydin finden es gut, zu helfen und das Menschen muslimischen Glaubens etwas für die Kirche tun. Die beiden Schüler der KKR sind zwei der 40 jugendlichen (der insgesamt etwa 150 Helfer und Mitarbeiter), die für das Gemeinsame zwischen den Generationen stehen. Die Vesperkirche in der Magdalenenkirche startet am kommenden Sonntag um 10 Uhr mit einem Eröffnungsgottesdienst.